Published at: 05:12 pm - Donnerstag Dezember 08 2011
Heutzutage ist Herrenmode doch eigentlich ziemlich einfach, sollte man meinen. Man vermeidet die schlimmsten Entgleisungen, trägt, was einem gefällt, passt sich noch ein wenig seiner Umgebung an und ist eigentlich nie modisch völlig daneben. Wohlgemerkt: sollte man meinen.
Denn eigentlich sind die alten und oft diktatorischen Kleidungsregeln nie wirklich verschwunden. Nun gut, kaum noch jemand käme heute auf die Idee, abends im Frack ins Restaurant zu gehen. Aber im Hintergrund halten sich viele dieser alten Gegebenheiten nach wie vor. Das kann zum Beispiel das alte Gebot sein, keine braunen Schuhe in der Stadt zu tragen. Es kann aber auch heißen, mit den falschen Socken unangenehm aufzufallen.
Alles,was in der Tat verschwunden ist, sind die klaren, verlässlichen Anhaltspunkte. Was bei Kleidungsstücken schon schwierig wird, führt spätestens bei den dazu passenden Accessoires zur Katastrophe. Denn während hier offiziell alles dem persönlichen Geschmack überlassen bleibt, kann man in der Realität extrem viel falsch machen.
Denn hier muss man allen Ernstes nachdenken: was passt? Schon so mancher hat sich ein ansonsten perfektes Outfit ruiniert, weil etwa die Krawatte Ton in Ton zu nahe bei seinem Hemd lag. Was theoretisch gut klingt, sieht meist verwaschen und kontrastarm aus. Mancher, der es besonders gut machen will, besorgt sich ein Einstecktuch im exakten Farbton und Muster seiner Krawatte. Da spricht an und für sich betrachtet ebenfalls nicht viel dagegen. Wirklich elegant wirkt es aber, beides aufeinander abzustimmen, aber nicht gleich zu wählen.
Fehlerquellen
Das Accessoire, bei dem aber die meisten Fehler gemacht werden, ist der Gürtel. Da meint so mancher, mit dem Restposten aus dem Schnäppchenladen gut gerüstet zu sein. Leider halten die guten Stücke nicht lange. Schon nach ein paar Stunden machen sich die ersten Verschleißerscheinungen breit, und das sogar bei Gürteln, auf denen groß das Wort „Leder“ prangt. Nun, Leder ist bei Gürteln eben nicht gleich Leder. Einfache Modelle sind meist aus billigem Spaltleder. Vollrindleder ist teurer – hält aber bei richtiger Pflege ein Leben lang. Also investieren Sie ruhig ein paar Euro. Nach ein paar Jahren haben Sie die Mehrkosten locker wieder herausbekommen.
Nächster Schwachpunkt: die Gürtelschnalle. Auch hier trennt sich bei der Verarbeitung schnell die Spreu vom Weizen. Ist die Schnalle gut verarbeitet, oder verbiegt sie sich? Und mal ganz davon abgesehen: achten Sie mal auf die Schnallen bei den diversen Restpostenläden und Jahrmarktständen. Wie? Die sehen alle gleich aus? Exakt. Und zwar gar nicht mal so gut.
Welcher Gürtel passt denn nun zu Anzug und Krawatte?
Natürlich sollte der Gürtel optimal zum Rest des Outfits passen. Und das heißt, solange Sie nicht gerade nur schwarze Kleidungsstücke im Schrank haben: Mit einem Gürtel kommen Sie wohl kaum aus. Gerade bei Freizeitgarderobe kann ein brauner Gürtel, vielleicht mit Prägung oder dezentem Muster, viel zur Abrundung Ihrer Wirkung beitragen. Zum dunkeln Anzug ist das gute Stück dann wieder schwarz.
Ein paar Grundregeln sollten Sie aber natürlich beachten. So wird die Farbe des Gürtels am besten auf die Schuhe abgestimmt. Schwarzer Gürtel zum schwarzen Schuhwerk, brauner zu den tollen braunen Loafern aus dem letzten Urlaub. Und zu den netten roten Brogues vom letzten Shopping-Trip? Auch den braunen Gürtel, denn Braun- und Rottöne harmonieren optimal miteinander. Perfektionisten gehen noch einen Schritt weiter und stimmen das Leder noch mit ihrem Uhrenarmband und ihrer Aktentasche ab.
Bei der Gürtelschnalle gehen Sie ähnlich vor. Greifen Sie zur goldfarbenen Schnalle, wenn Sie dazu eine goldene Armbanduhr tragen. Zur silbernen Krawattennadel gehört eher eine silberne Schließe. Und wenn Sie in der Freizeit lieber etwas individueller gekleidet sind? Um so besser. Dann haben Sie nämlich bei der Wahl des Gürtels völlig freie Hand. Und spätestens bei der Wahl der richtigen Schnalle können Sie sich dann richtig ausleben.
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